Herausforderndes Verhalten von Kindern und Jugendlichen ist häufig Ausdruck innerer Not und traumatischer Erfahrungen. Dissoziation, Rückzug, Erstarren oder aggressive Ausbrüche sind dabei keine bewussten Provokationen, sondern Überlebens‑ und Bewältigungsstrategien von Betroffenen. Eine traumapädagogische Fortbildung zum herausfordernden Verhalten unterstützt Fachkräfte dabei, diese Verhaltensweisen sicher einzuordnen, innere Zusammenhänge zu verstehen und auch in belastenden Situationen handlungsfähig zu bleiben.
Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte der Kinder‑ und Jugendhilfe mit Grundkenntnissen in der Traumapädagogik, die mehr Sicherheit im professionellen Handeln gewinnen möchten. Ziel ist es, herausforderndes Verhalten nicht nur zu verstehen, sondern Kindern und Jugendlichen auch in akuten, emotional aufgeladenen Situationen stabil, klar und beziehungsorientiert begegnen zu können. Im Mittelpunkt stehen ein traumasensibler Blick auf Dissoziation und Aggression sowie die Entwicklung konkreter, praxisnaher Handlungsmöglichkeiten, die den pädagogischen Alltag spürbar entlasten und Sicherheit im eigenen Tun stärken.
Ziele der Fortbildung
- Erweiterung des traumapädagogischen Fachwissens zu herausforderndem Verhalten
- Verstehen von Dissoziation und Aggression als traumabedingte Bewältigungsstrategien („der gute Grund“)
- Mehr Handlungssicherheit im professionellen Umgang mit belastenden und eskalierenden Situationen
- Entwicklung individueller, praxisnaher Dissoziationsstopps und Handlungsalternativen
- Stärkung der eigenen professionellen Haltung, Selbstreflexion und Rollensicherheit
- Verbesserung der Beziehungs‑ und Stabilisierungskompetenz im Arbeitsalltag
Inhalte der Fortbildung
- Begriffsklärung und Formen von Dissoziation
- Typische dissoziative und aggressive Verhaltensweisen im pädagogischen Alltag
- Traumatische Erfahrungen, Reinszenierungen sowie Opfer‑Täter*in‑Dynamiken
- Präventive Ansätze im Umgang mit herausforderndem Verhalten
- Handlungsmöglichkeiten bei akuten Situationen und Eskalationen
- Entwicklung individueller Dissoziationsstopps und Musterunterbrechungen
Rahmenbedingungen:
- Format: Tagesseminar
- Gruppengröße: maximal 16 Teilnehmende
- Zielgruppe: Fachkräfte der Kinder‑ und Jugendhilfe, pädagogische und sozialpädagogische Mitarbeitende, Betreuungspersonen, Leitungskräfte mit Grundkenntnissen der Traumapädagogik
- Arbeitsweise: Input, Erfahrungsaustausch, Reflexionen und Transfer in den Berufsalltag
Referent: Thimo Poganski
Erzieher, Traumapädoge und traumazentrierter Fachberater (DeGPT)










































































