Sensus

Angebote für Kinder und Jugendliche psychisch erkrankter Eltern

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Familien, in denen ein Elternteil psychisch erkrankt ist, stehen vor besonderen Herausforderungen. Psychisch erkrankte Eltern sorgen sich über mögliche Auswirkungen der Erkrankung auf ihre Kinder. In manchen Familien gelingt es gut, die mit der Erkrankung einhergehenden Belastungen und Konflikte zu bewältigen, in anderen Familien dagegen kann die Entwicklung und Erziehung der Kinder beeinträchtigt oder eine Überforderung der Eltern eingetreten sein.

Der St. Vinzenz e.V. gestaltet seit 2008 differenzierte Angebote für Familien mit psychisch erkrankten Eltern und ist Mitglied im Netzwerk Bochum und der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder psychisch erkrankter Eltern.

Angebote

Sensus U6 (0-6 Jahre)

Kinder im Alter zwischen 0 und 6 Jahren bedürfen besonderen physischen und psychischen Schutz. Grundlegend für die Resilienzentwicklung der Kinder sind die Eltern-Kind-Beziehung und das elterliche Fürsorgeverhalten.

Kurzbeschreibung
Das ambulante Angebot SENSUS U6 verbindet in 10 Einheiten die Interventionsformen Elterntraining (Multifamiliencoaching) sowie frühpädagogische Gruppenarbeit und richtet sich an psychisch erkrankte Eltern mit Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren.

In dem Gruppensetting erfahren die Kinder neue Rückmeldungen, Impulse und Handlungsstrategien. Es werden u.a. die folgenden Ziele verfolgt:

  • Resilienzförderung
  • Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung
  • Enttabuisierung der Erkrankung
  • Verminderung sozialer Isolation
  • Vertrauen in Helfernetzwerke schaffen und personale Ressourcen nutzen

Im Mittelpunkt der Elternarbeit steht die innere Stabilität und Förderung des Stress- und Belastungsmanagements. Zudem werden die Eltern dabei unterstützt, die kindlichen Wünsche und Bedürfnisse, Gedanken und Gefühle stärker in den Fokus zu setzen sowie eigene Gefühlslagen/Belastungen wahrzunehmen und adäquat darauf zu reagieren.

Know-how
Sensus U6 wird von erfahrenen Pädagogen*innen mit Zusatzqualifikationen durchgeführt. Insbesondere werden die Methoden MarteMeo und Multifamilientherapie eingesetzt.

Die Teilnahme an dem Gruppenangebot setzt die Kooperationsbereitschaft der Eltern an 10 Sitzungen voraus. Um den Transfer in den Alltag zu gewährleisten ist es erforderlich, dass die Eltern mit ihren Kindern zusammenleben oder einen geregelten Umgang mit ihnen haben. Sollte die Notwendigkeit einer ärztlichen Abklärung bestehen, kann über das Netzwerk Bochum an entsprechende Institutionen vermittelt werden.

Ansprechpartnerin

Frau Krönert
T 0234 91 31 12
E sensus@vinzenz.org

Standort
St. Vinzenz e.V.
Imbuschplatz 11
44787 Bochum-Mitte

Aufnahmealter
0-6 Jahre

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Sensus (6-12 Jahre und 13-18 Jahre)

In Gruppensettings erlernen die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen mit ihrer erhöhten psychosozialen Belastung umzugehen und somit potentiellen Risikofaktoren zu begegnen. Solidaritätserfahrungen in der Peergroup wirken sich positiv auf den pädagogischen Prozess aus.

Kurzbeschreibung
Kinder psychisch erkrankter Eltern übernehmen oft sehr früh  Verantwortung. Diese Belastung führt nicht selten dazu, dass sie selbst erkranken oder Verhaltensauffälligkeiten entwickeln.
In wöchentlichen Gruppensettings arbeiten jeweils zwei pädagogische Fachkräfte, analog zum Schuljahr, mit den Kindern und Jugendlichen:

  • Entlastung
  • Verminderung sozialer Isolation
  • Enttabuisierung und Auseinandersetzung mit der Krankheit der Eltern
  • Umgang mit Rollenumkehr und -konflikten
  • Erweiterung familiärer Copingstrategien
  • Authentischer Ausdruck von Gefühlen
  • Wahrnehmung eigener Bedürfnisse
  • Abbau von Schuldgefühlen
  • Ausbau sozialer Kompetenzen
  • Aufbau von Strategien zur Krisenbewältigung
  • Erfahren von Selbstwirksamkeit
  • Nutzung vorhandener sozialräumlicher Strukturen

In regelmäßigen Familiengesprächen werden darüber hinaus gemeinsame Bewältigungsstrategien entwickelt und die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen mit den Eltern reflektiert.

Know-how

  • Verhaltens- und themenorientierte Gruppengespräche und -trainings (wöchentlich)
  • Moderierte Familiengespräche (quartal)
  • Perspektivwechsel, Transferübungen, projektive Verfahren
  • Theaterpädagogik
  • Reflexion der eigenen Rolle im Familiensystem
  • Stabilisierungs- und Impacttechniken, Reframing
  • Interaktions- und Rollenspiele, Theaterpädagogik, kreative Medien
  • Aufklärung über spezifisches Krankheits- und Behandlungswissen

Ansprechpartnerin

Frau Krönert
T 0234 91 31 12
E sensus@vinzenz.org

Standort
St. Vinzenz e.V.
Imbuschplatz 11
44787 Bochum-Mitte

Aufnahmealter
6-12 & 13-18 Jahre

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Offene Sprechstunde im LWL-Universitätsklinikum Bochum (auch anonym)

Das Ambulante Jugendhilfezentrum Bochum-Mitte des St. Vinzenz e.V. bietet in Kooperation mit dem LWL-Universitätsklinikum Bochum eine offene, kostenfreie Sprechstunde für psychisch erkrankte Eltern an. Zu der Sprechstunde können Eltern anonym und gerne auch in Begleitung kommen.

Kurzbeschreibung
Belastungs- und Überforderungssituationen kennen alle Eltern; psychisch erkrankte Eltern sind im Erziehungsprozess in besonderem Maße gefordert. Möglicherweise fühlen sie sich angesichts ihrer Erkrankung unsicher im Umgang mit ihrem Kind und stehen unter Druck, da sie trotz der Erkrankung ihrer Rolle in der Familie gerecht werden möchten.

Know-how
Die Arbeit des Ambulanten Jugendhilfezentrums Bochum-Mitte dient der Unterstützung und Begleitung von Familien und deren Kindern bzw. Jugendlichen. Das Fachteam, bestehend aus Diplom-Sozialpädagogen*innen, Diplom-Sozialarbeitern*innen und Therapeuten berät mit dem Blick auf familiäre Ressourcen. Im besonderen Fokus stehen im Rahmen der Offenen Sprechstunde:

  • Schwellenängste abbauen
  • Know-how und Versorgungsstrukturen nutzen
  • In Elternrolle bestärken – Handlungsfähigkeit stärken
  • Enttabuisierung ggü. Kindern / Angehörige / sozialem Umfeld

Ansprechpartnerin

Frau Krönert
T 0234 91 31 12
E d.kroenert@vinzenz.org

Sprechzeit
Jeden Mittwoch von 14-15 Uhr

Standort
Psychiatrische Institutsambulanz LWL-Universitätsklinikum Bochum
Alexandrinenstraße 1-3
44791 Bochum

Eine Anmeldung zur Sprechstunde ist nicht erforderlich. Zur besseren Planung können sie gerne auch telefonisch Kontakt mit dem St. Vinzenz e.V. aufnehmen.

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